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Italiens Küche ist einfach und vielfältig
Nidda/Darmstadt (dpa/gms) - Der "Italiener um die Ecke" gehört zu deutschen Städten wie die Fußgängerzone. In den Fünfzigern quasi im Gepäck der so genannten Gastarbeiter gen Norden gewandert, hat sich Italiens Küche hier zu Lande ihren Platz erobert.
Rund 20 000 italienische Restaurants gibt es laut der Gastronomenvereinigung "Ciao Italia" bundesweit. "Unsere Küche ist regional sehr unterschiedlich, sagt Daniela Borgnolo, Kochbuchautorin und Inhaberin der "Trattoria Romagnola" in Darmstadt.
Von den in Norditalien beliebten Reisgerichten, den Risotti, bis hin zur Caponata - dem geschmorten Gemüse aus Sizilien - bietet sich eine Fülle unterschiedlicher Gerichte - je nach den örtlichen und jahreszeitlichen Zutaten.
Das ist das Besondere vor allem der Cucina Povera, der bäuerlichen Küche: "Man bringt es fertig, aus zwei bis drei einfachen Zutaten etwas Köstliches zu machen", sagt Gregor Schäfer von der deutschen Ausgabe der Zeitschrift "La Cucina Italiana". Gute Nudeln, Soße aus frischen Tomaten, Olivenöl, Zwiebel, vielleicht eine Sardelle und etwas Parmesan darüber - und schon sei ein leckeres Gericht fertig.
Bedingung ist aber laut Schäfer, dass die Qualität stimmt: Mit wässrigen Tomaten kommen Feinschmecker da nicht weit. Das bestätigt Daniela Borgnolo, die jeden Urlaub in ihrer Heimat Friaul zum Einkauf nutzt. "Meine Schinken, mein Formaggio, also der Käse - das kommt alles aus Kleinbetrieben."
Viele Restaurants haben sich allerdings den deutschen Gebräuchen angepasst. "Meist gibt es in Deutschland nur einen Teller", sagt Enzo Cucuzza von "Ciao Italia" mit Sitz im hessischen Nidda. Die klassische Menü-Reihenfolge besteht dagegen in Vorspeisen - den Antipasti - sowie zwei Hauptgängen.
Im ersten Hauptgang gibt es Pasta, Risotto oder Suppe, der zweite bietet Fleisch oder Fisch. Abgeschlossen wird das Menü von den dolci, den Süßspeisen. Pizza gehöre in Italien eigentlich nicht ins "Ristorante", erklärt Cucuzza - sondern in die Pizzeria. "Pizza wird eher abends gegessen, wenn man noch mal weggeht."
Ihren Ursprung hat die Pizza in Süditalien. Ein Schlüsseldatum ist das Jahr 1889. "Die Königin Margherita war in Neapel zu Besuch", sagt Cucuzza. Ein Pizzabäcker erfand daher eine Pizza in den Farben Italiens mit Basilikum, Käse und Tomaten: die Pizza Margherita.
"Die italienische Küche ist die Mutter aller europäischen Küchen", sagt Gregor Schäfer. "Viele Zutaten, die wir heute selbstverständlich benutzen, kamen über Italien." Ob die Nudel tatsächlich von China über Venedig nach Europa kam, sei zwar nicht belegt. Die aus Amerika stammende Tomate aber wurde zuerst von einem Italiener beschrieben.
Noch immer entwickelt sich Italiens Küche ständig weiter. "Bei mir ist gerade ein Parmesan-Flan in Trüffelsoße der Renner", verrät Borgnolo. Auch Hobbyköchen gelinge mehr als Spaghetti Bolognese: etwa ein Brassato a la milanese: Rinderbraten in Rotwein geschmort. Oder warum nicht italienisches Weißbrot selbst backen? "Wasser, Hefe, Salz - das gelingt den meisten Leuten", weiß die Autorin aus Erfahrung.

Quelle: GMX-Ernährung
Literatur: Daniela Borgnolo: Meine italienische Küche, Dorling Kindersley Verlag, ISBN 3-8310-0797-7; Kochen und genießen. Italienische Küche, Pabel-Moewig-Verlag, ISBN 3-8118-3314-6.

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