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Woher kommt eigentlich der Bagel?
Der Bagel - ein echt amerikanischer? ... ja, was eigentlich?
Was ist ein Bagel und warum ist er so besonders?

Löcher mit Teig drumherum? Nein, das wäre herabsetzend und zu wenig.
Bagels sind eine Philosophie, eine Ideologie, eine Gesinnung und nicht nur in Deutschland wächst sein Fanclub täglich. Auch KlarPac bietet hierzu umfangreiche Verpackungslösungen an, klicken Sie hier

Brötchen mit Loch in der Mitte. Schon besser!

Aber auch diese Definition sagt nur stichwortartig, worum es in etwa geht beim Bagel. Bagels sind ganz anders als normale Brötchen. Durch den aufwendigen Produktionsprozeß schmeckt man gewissermaßen die ganze Arbeit.
Sie schmecken frisch und zäh zugleich. Und mit Creamcheese sind sie sozusagen der Himmel auf Erden bzw. auf der Zunge.
Bagels kommen aus der jüdischen Esstradition und sind in Amerika populär geworden. Die aufwendige Herstellung rührt aus den jüdischen Feiertagsgebräuchen: Am siebten Tage sollst du ruhen. Am Sabbat sollst du nicht arbeiten. Bagels sind das ideale Sabbat Brot, weil Hefegare und Backen nicht am selben Tag stattfinden müssen:

Zuerst wird der Teig gemischt: Fünf Zutaten kommen hinein: Mehl, Wasser, Zucker oder Honig, Hefe und Salz. Der Teig wird in kleine Kringel geformt, das geht entweder von Hand oder mit der Maschine. Es gibt aber auch richtige 'Bagel-Roller' von Beruf. Anschließend findet die Hefegare statt. Danach kommen die Bagels in die Kühlung und werden ein bis zwei Tage bei ca. 2 Grad C gekühlt. Dadurch bilden sie die berühmte bageltypische Haut.

Damit waren die Bagels früher in den "Sabbat - Schlaf" versetzt worden, aus dem die jüdischen Hausfrauen sie bei Bedarf nach Sonnenuntergang wieder "erweckten", denn der Sabbat endet mit Sonnenuntergang am Samstag abend. Bagels sind also so eine Art Instant - Brot.
Diese Erweckung findet statt durch kochendes Wasser (oftmals auch Honigwasser), in das die gekühlten Ringe getaucht werden, bis die Lebensgeister wieder erwacht sind.

Danach geht's in den Ofen ... fertig ist der Bagel

Im Wörterbuch sollte Bagels unter Spaß gefunden werden, aber Webster's Dictionary zufolge ist ein Bagel eine harte Brot-Rolle, die aus Hefe-Teig gemacht wird, in eine Doughnut - Form gebracht wird, in Wasser gekocht und dann gebacken wird. Der Bagel ist das einzige Brot Produkt, das gekocht wird, bevor es gebacken wird. Dieser Prozeß gibt dem Bagel wie gesagt seine charakteristischer Haut und seinen Glanz.
Die Legende sagt, daß 1683 in Wien ein jüdischer Bäcker dem König von Polen für das Schützen seiner Landsmänner vor türkischen Angreifern danken wollte. Er machte ein Spezialbrot in der Form eines Steigbügels - in Anlehnung an des König's favorisierte Freizeitbeschäftigung.

Als die Bagels in Polen populär wurden, verwendete man sie offiziell als Geschenke für Frauen, die eine Geburt hatten. Junge Mütter gaben die nahrhaften Ringe ihren Säuglingen, die sie leicht greifen konnten. Ein Brauch der auch heute noch populär ist.
Bagels machten ihren Weg schließlich nach Rußland, wo sie 'Bubliki' genannt wurden und an Schnüren verkauft wurden. Wie anderen ringförmigen Gegenständen wurde auch von ihnen gesagt, dass sie Glück bringen und magische Mächte besitzen.
Als die osteuropäischen und jüdischen Einwanderer in Nordamerika ankamen, brachten sie den Bagel mit. Viele ließen sich in Kanada nieder und verhalfen Städten wie Toronto und Montreal zum Ruf für die 'besten Bagels der Welt'. Die amerikanische Bagelindustrie schlug ihre ersten Wurzeln in New York zwischen 1910 und 1915 mit einheimischem Bagelbäckern.
Die Gruppe von 300 Handwerkern mit "Bagel's im Blut" beschränkte seine Mitglieder auf die Söhne ihrer Mitglieder. Zu der Zeit war es wahrscheinlich leichter, eine medizinische Ausbildung zu bekommen, als eine Lehre in einem der 36 Bagel-Geschäfte in New York City und New Jersey.

Professionelles Bagel backen erforderte Sachkenntnis und war Knochenarbeit. Die Söhne der Bagelhersteller brauchten monatelang, um ihr Handwerk zu lernen. Sie wurden nach Stück bezahlt und arbeiteten normalerweise in Vierer-Teams. Zwei machten die Bagels, einer backte und einer überwachte das Kochen der Bagels.

Die Männer verdienten 19 Cent pro Kiste und jede Kiste enthielt 64 Bagels. Es war für ein Team nicht außergewöhnlich, hundert Kisten pro Nacht zu produzieren.
In unzähligen Bäckereien erhob sich die Popularität des Bagels weit über die Grenzen der ethnischen Bezirke. In den späten 50 und 60 ger Jahren fingen die Bäcker von New York und New Jersey an, sich in anderen Teilen des Landes zu verbreiten. Ein solcher Wegbereiter, der 1966 eine Bagel-Bäckerei in einem Vorort von Washington DC eröffnete, erinnert sich an seinen skeptischen Vermieter, der ihn fragte: "Wer wird denn wohl 7 Cent für so etwas ausgeben?"

Abgepackte Bagels kamen erst in den 50ger Jahren in die Supermärkte. Mit der Einführung gefrorener Bagels 1960 hatten dann auch Verbraucher, die nicht in der Nähe einer Bagel Bäckerei lebten, Zugang dazu.

Bagel-Maschinen, ein Segen für kommerzielle Bäckereien, wurden auch 1960 eingeführt. Der Erfinder, Dan Thompson, sagt, er wurde darum gebeten, eine Bagel-Maschine zu erfinden. Sein Vater dachte ungefähr zum gleichen Zeitraum über eine solche Maschine nach. Das ist vielleicht nicht weit weg von der Wahrheit, weil Dan's Vater eine Grossbäckerei in Winnipeg, Kanada, hatte und schon lange über eine Maschine nachdachte, aber es schien viel zu kompliziert und zu kostspielig. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es bereits ca. fünfzig erfolglose Versuche, eine Bagel-Maschine zu erfinden.
Schliesslich entwickelte die Thompson Bagel Machine Corporation dann das erste geglückte, kommerziell einsetzbare Modell.

Bagel sind heute eine wahre Wohltat für Europäer, die das US-typische Papp-Brot einfach nicht mehr ertragen können. Die Hefeteig-Kringel werden süß oder herzhaft belegt und sind so richtig was zum Kauen. Man findet sie in den USA bereits belegt in "Delis"und Frühstücks-Cafes, tiefgekühlt oder zum Aufbacken in jedem Supermarkt. Beliebte Beläge für Bagel:

Klassisch: Cream Cheese und Lox (Frischkäse natur und Räucherlachs)
Pikant: Eiersalat, Ham-Salad, Tuna-Salad, Frischkäse mit Kräutern
Süß: Grape Jelly (Traubengelee) und natürlich Erdnussbutter!


Wenn Sie es selbst probieren möchten hier noch ein paar Rezepte:

Bagel - Grundrezept

500 g Mehl
2 gestr. TL Trockenhefe
1,5 EL Zucker
1 TL Salz
2 EL Öl
300 ml lauwarmes Wasser
Backpapier für das Backblech

Zubereitung
Das Mehl mit Trockenhefe mischen. Zucker, Salz, 300 ml lauwarmes Wasser, Öl hinzufügen, mit einem elektrischen Handrührgerät zu einem elastischen Teig rühren. Das kann durchaus 10 Minuten dauern! Etwas Mehl über den Teig stäuben, abdecken und 1 Stunde gehen lassen.
Die Arbeitsfläche dünn mit Mehl bestäuben. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Teig zu 8 Kugeln formen und daraus dann Bagels: Einen Kochlöffelstiel durch die Mitte bohren und das Loch durch kreisende Bewegungen erweitern. Es soll etwa 4 cm groß sein. Die Bagels mit ausreichendem Abstand (da sie noch aufgehen), nebeneinander auf das Blech legen. Abdecken und wieder eine halbe Stunde gehen lassen.
Den Backofen auf 220 Grad vorheizen. In einen breiten Topf zur Hälfte Wasser füllen und leicht zum Kochen bringen. Jeweils zwei "Rohlinge" mit der Oberseite nach unten in das kochende Wasser legen, etwa 30 Sek. ziehen lassen, umdrehen und nochmals ziehen lassen. Mit einer Schaumkelle herausnehmen, kurz abtropfen lassen und auf das Blech legen. Auf dem mittleren Einschub des Backofens etwa 20 Minuten hellbraun backen.

Ganz einfache Variation: Die blanchierten Bagels von einer Seite in Mohn oder Sesam drücken, die man auf eine Untertasse geschüttet hat. Oder für pikante Bagel Röstzwiebeln in den Teig einarbeiten.

Herb Cream Cheese Spread (Kräuteraufstrich)

225 g Frischkäse
1/2 TL Knoblauchpulver
1/2 TL Zwiebelpulver
1/2 TL getr. Basilikum
1/2 TL getr. Thymian
1/2 TL getr. Rosmarin

Zubereitung
Alle Zutaten verrühren und etwas durchziehen lassen.

Durch die Verwendung von fettreduziertem Frischkäse lassen sich eine Menge Kalorien einsparen! Auch lecker: Kräuter weglassen und etwas zerdrückten Blauschimmelkäse dazugeben.

Shrimps Aufstrich

200 g gekochte Shrimps/Garnelen
200 g Frischkäse
2 EL Ketchup
1 TL geriebene Zwiebel
1 TL Sahne-Meerettich
1/2 TL Worcestershire-Sauce

Zubereitung
Gekochte Shrimps kleinhacken. Restliche Zutaten vermischen, zuletzt die Shrimps dazugeben und vorsichtig untermischen. Gut durchziehen lassen.

Passt auch prima zu Crackern oder Bagel-Chips!

Italian Style Shmear (Bagelaufstrich a la Italien)

12 Stk. sonnengereifte, getrocknete Tomaten
225 g Frischkäse
2 EL saure Sahne
50 g gehackte schwarze Oliven
1/2 feingehackte rote Zwiebel
Salz, Pfeffer, getr. Rosmarin nach Geschmack

Zubereitung
Tomaten mit etwas heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, mit Küchenpapier abtupfen und fein hacken. Frischkäse mit saurer Sahne verrühren, die restlichen Zutaten vorsichtig untermischen und kräftig abschmecken.

Dieser Aufstrich (das Wort "Shmear" stammt aus dem Jiddischen) sollte etwas im Kühlschrank durchziehen, bevor man ihn serviert. Wer keine Oliven mag: Einfach weglassen und stattdessen Rucola oder Pesto verwenden.

Pumpkin Spice Bagels (Kürbis-Bagel, Brotmaschine)

1/2 Tasse Wasser, lauwarm
3 Tassen Mehl
3 EL brauner Zucker
Prise Salz
1/2 Tasse Kürbispüree (siehe Warenkunde Kürbis)
1 TL Zimt
gute Prise Muskatnuss, gem. Nelken, Piment
1/2 Würfel Hefe
zusätzlich: 1 Ei, verquirlt, etwas Maismehl

Zubereitung
Zutaten nach Anleitung des Herstellers in den Behälter der Brotmaschine füllen, Teigprogramm wählen und etwa 30 Minuten gehen lassen. Teig aus der Brotmaschine nehmen und in acht Stücke teilen. Zu kleinen Bällen rollen und mit dem Daumen in der Mitte eindrücken, Kuhle vorsichtig vergrößern, bis Bagel entstanden sind. Bagel zugedeckt gehen lassen, bis sie sich im Volumen verdoppelt haben. Wasser mit 1 EL Zucker zu Kochen bringen. Jeweils etwa zwei bis drei Bagel in das siedende Wasser geben, auf jeder Seite eine halbe Minuten kochen lassen, kurz auf einem Rost abtropfen lassen, mit verquirltem Ei bestreichen und auf ein mit Maismehl bestreutes Backblech setzen. Bei 200 Grad etwa 15 Minuten backen lassen.

Etwas aufwendig, aber lecker. Die Bagel duften herrlich nach den Gewürzen!

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