Geschmackvoll serviert: Individualität
Selten sind sich Konsumforscher in einer Sache so einig. Bezogen auf die Essgewohnheiten der Menschen stimmen Marktexperten überein: Es wird nicht eine einzige „Food-Zukunft“ geben. Vielmehr lassen sich die verschiedensten Trends feststellen. Sie werden auf der einen Seite von individuellen Lebensumständen geprägt und bestimmen auf der anderen Seite zunehmend den Alltag der Menschen.
Essgewohnheiten werden zum Ausdruck der Persönlichkeit und verändern sich im Laufe des Lebens individuell. Sie sind beeinflusst von demografischen wie auch familiären Strukturen. Ebenso spielt auch das berufliche und soziale Umfeld eines Menschen eine Rolle.
Fest steht: Traditionelle Familienrituale, zu denen auch das gemeinsame Essen gehört, werden immer seltener vollzogen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Geburtenraten sinken seit Jahren vor allem in den Industrieländern. Die Familien werden kleiner, die Zahl der Single-Haushalte wächst. Sofern es einen klassischen Familienverbund gibt, essen die Familienmitglieder zu Zeiten, die in ihren persönlichen Terminkalender passen. Gemeinsame Mahlzeiten, bei denen frisch Gekochtes auf den Teller kommt, sind die Ausnahme. Die drei Mahlzeiten-Klassiker Frühstück, Mittagessen und Abendbrot verlieren mit dieser Entwicklung zunehmend an Bedeutung – ein Trend, den etwa die Studie „Growth Strategies in Ready Meals“ (Quelle: Business Insights Ltd. 2006) weltweit beobachtet. Diese Individualisierung der Essgewohnheiten stellt Produktentwickler heute vor neue Herausforderungen.
Schön praktisch
„Konsumenten steuern ihre Ernährung bewusster und verlangen dementsprechend nach Produkten, die ihren individuellen Bedürfnissen angepasst sind“, heißt es in der aktuellen Trend-Studie „Innovation in Healthy Convenience Food and Drinks“ (Quelle: Business Insights Ltd. 2006).
Vor allem praktisch soll die Mahlzeit für moderne Konsumenten sein und in den persönlichen Tagesablauf integrierbar. Kein Wunder, dass vor diesem Hintergrund die Convenience von Konsumforschern aller Nationen weiterhin als der bedeutendste Trend auf dem Lebensmittelsektor betrachtet wird. Als Hauptaspekte eines konvenienten Lebensmittels gelten dabei die schnelle Zubereitungszeit, gezielte Portionierbarkeit sowie eine bequeme Handhabung und Servierbarkeit – und das, ohne im Hinblick auf die Produktqualität Abstriche machen zu müssen.
Gesundheit boomt
Doch nicht nur komfortabel und bequem einzusetzen sollen Lebensmittel heute sein. Auch die gesundheitlichen Aspekte werden großgeschrieben. Damit zählt Marktforschern zufolge Health Food zu einem weiteren Ernährungstrend. Konsumenten verlangen nach hochwertigen Lebensmitteln, die möglichst natürlich und geschmackvoll auf den Tisch kommen.
Selbstverantwortung lautet hier das entscheidende Schlagwort. Es wächst das Bewusstsein, dass der Mensch zu seinem Wohlbefinden und zur Gesunderhaltung seines Körpers zu einem großen Teil selbst beitragen kann, indem er bei der Wahl seiner Speisen vernünftige Entscheidungen trifft.
Functional Food: Mehrwert gefragt
Auch Functional Food gewinnt an Bedeutung. Dem Trend der funktionalen Lebensmittel mit Mehrwert liegt die Vorstellung zugrunde, mit ausgewählten Produkten das Wohlbefinden zu steigern und vielleicht das Leben zu verlängern. Das Essen soll die Gesundheit fördern – am besten durch möglichst naturbelassene oder zusätzlich zugefügte wertvolle Inhaltsstoffe wie etwa Vitamine. Stärker als bei jedem anderen Ernährungstrend spielen bei der Ausrichtung von funktionellen Lebensmitteln Zielgruppen eine Rolle. Besonders ältere Verbraucher zeigen ein gesteigertes Bedürfnis, über ihre Nahrung Alterserscheinungen vorzubeugen oder bereits bestehende Beschwerden zu lindern. Daneben sind es vor allem Frauen, Kinder und Konsumenten mit besonderem Nährstoffbedarf, die die Entwicklung von Functional Food vorantreiben, besagt die Studie „Innovation in Healthy Convenience Food and Drinks“.
Nicht nur der Preis entscheidet
Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Tendenz einer neu erwachten „Konsumlust“, die das Meinungsforschungsinstitut GfK (Deutschland) in seinem Consumer Index 2006 feststellt. Der moderne Verbraucher nimmt demnach auch bei der Wahl seiner Nahrungsmittel Abschied von der reinen Preisorientierung. Nicht mehr alleine die Kosten entscheiden beim Einaufen. Im Bewusstsein, dass Qualität ihren Preis hat, ist der Konsument wieder zunehmend bereit, für hochwertige, gesunde Lebensmittel mit Mehrwert auch entsprechend mehr zu zahlen.
Globalisierung in der Küche
„Wer nicht neugierig ist, erfährt nichts“ – frei nach diesem Motto greifen immer mehr Konsumenten auch zu Ethno-Food und rufen damit kulinarische Reise-Erinnerungen zurück oder wagen sich in gänzlich neue Genuss-Gefilde. Gerade im Bereich Ethno-Food greifen neugierige Verbraucher gerne auf Fertiggerichte zurück, statt aufwändig exotische Zutaten zu besorgen und sich selbst an den Herd zu stellen. Auch dieser Trend zur Globalisierung in der Küche bringt neue Impulse für die Lebensmittelindustrie.
Eine bislang ungekannte „Multioptionalität“ bieten diese Trendanalysen für die Produktentwickler. Der individualistische Verbraucher weckt das Brancheninteresse. Um ihn in seinem aktuellen Anspruch und Bedürfnis und sogar in seiner jeweiligen Stimmung „abzuholen“, spielt die Verpackung eine entscheidende Rolle. Sie erfüllt zwei wichtige Aufgaben. In erster Linie dient sie dazu, die Qualität von Lebensmitteln zu schützen und vor allem auch zu bewahren. Unbehandelte Lebensmittel verändern sich je nach Lagertemperatur über kurz oder lang chemisch, enzymatisch oder mikrobiell. Um sie haltbarer zu machen und dennoch die gesunden, natürlichen Inhaltsstoffe zu bewahren, sollten sie möglichst produktschonend behandelt und verpackt werden. Dabei spielen die Ausgangsqualität des Lebensmittels, seine Aufbereitung vor der Abfüllung, das Füllverfahren und nicht zuletzt auch die Beschaffenheit der Verpackung selbst eine entscheidende Rolle.
In Verbindung mit dieser vordergründigen Qualitätsaufgabe trägt die Verpackung auch dazu bei, ein Produkt hinsichtlich gefragter Trends auszurichten. Im Idealfall vermag sie es, dabei unterschiedliche Aspekte miteinander zu verknüpfen: Leckere, qualitativ hochwertige und gesunde Produkte sollten in handlichen, konvenienten Verpackungsgrößen angeboten werden, um den Verbraucher anzusprechen.
Und gerade beim Erreichen des potenziellen Kunden übernimmt die Verpackung eine weitere wichtige Funktion:
Sie positioniert das Produkt und den Verbraucher.
Moderne Food-Verpackungslösungen sind somit weit mehr als ist Trägermedium für die Kommunikation mit eine notwendige Hülle.
Quelle:
sig.biz