Mythos 1: Osterhasen keine Ex-Weihnachtsmänner
Beim genüsslichen Biss in den Schoko-Osterhasen haben sich schon viele die Frage gestellt: Ist mein Hase ein ehemaliger Weihnachtsmann?
"Das ist alles eine Mär. Hohlfiguren werden nicht umgeschmolzen", sagt Thomas Pape vom Infozentrum Schokolade des Industrieverbandes.
Die überzähligen Hasen, die nach Ostern noch in den Supermarkt-Regalen herumdümpeln, werden in der Regel für den halben Preis angeboten oder an Kindergärten verschenkt. "Das ist wirtschaftlicher, als übrig gebliebene Schokohasen umzuschmelzen." Die Hasen aus den Geschäften zurückzuholen und mühselig wieder auszupacken sei viel zu aufwändig.
Im Allgemeinen ist die Lebenserwartung des Schokohasen sowieso gering. Und meist ist nach einem nicht Schluss, was vor allem Gesundheitsexperten ein Dorn im Auge ist. Denn Schokolade besteht zu einem beträchtlichen Teil aus Fett und Zucker. Ein 100 Gramm schwerer Osterhase liefert rund 550 Kilokalorien. Zum Osterfest greifen die Deutschen für Leckereien aus Schokolade tief in die Tasche. Millionen Schokohasen werden in den Osternestern und anschließend an Bauch und Hüften landen.
Nach Angaben des Bundesverbandes der deutschen Süßwarenindustrie wurden im vergangenen Jahr insgesamt 22.000 Tonnen ungefüllte Schokoladen-Hohlfiguren produziert, davon etwa 56 Prozent Osterhasen.
Bei einem Durchschnittsgewicht von 100 Gramm waren dies rund 123 Millionen Schokohasen, die von Schlemmermäulern verspeist wurden.
Mythos 2: leichter Eierschälen durch Abschrecken mit kaltem Wasser
Nach Angaben der Universität Hohenheim wollten die Experten mit vielen "Mythen" rund um das Eierkochen aufräumen und hätten dafür rund 700 Hühnereier "hart gekocht, geschält und geköpft".
Entgegen der landläufigen Meinung ist danach ein Abschrecken der Eier für ein schnelles Pellen gar nicht erforderlich.
Bei der Schälzeit bringe der Kälteschock keinen wesentlichen Vorteil, fand die Forscherin Saskia Simonovic heraus.
Dagegen ist die Lagerung entscheidend - und zwar vor und nach dem Kochen. Direkt von der Henne weg lassen sich demnach die ganz frischen Eier deutlich schlechter schälen als die, die drei Wochen gelagert wurden.
Noch leichter geht es, wenn die Ostereier nach dem Kochen noch einmal ein paar Tage gelegen haben. Das Alter der Hühner spielt hingegen keine Rolle.
Beim Kochen empfehlen die Forscher, das Ei ins kalte Wasser zu legen und mit diesem zusammen zu erhitzen.
Allerdings nicht zu lange, denn bei langen Kochzeiten wird "das Dotter bröselig und bekommt einen grünlich bis bläulichen Rand".
Das passiert, weil durch die längere Hitzeeinwirkung das freigesetzte Eisen aus dem Dotter mit dem freigesetzten Schwefel aus den Aminosäuren des Eiklars reagiert und zu Eisensulfid wird. Das ist zwar nicht schädlich, sieht aber nicht schön aus.
Mythos 3: Was haben Eier eigentlich mit Ostern zu tun?
Selbst bemalt oder bereits bunt gekauft, echt oder aus Schokolade - zu Ostern hat der Verkauf von Eiern wieder Hochkonjunktur.
Tausende Kinder werden am Ostersonntag nach den leuchtenden Nestern Ausschau halten und für viele wird das Frühstücksei an diesem Tag ein ganz besonderes sein.
Doch was hat Ostern überhaupt mit Eiern zu tun?
Die Spurensuche nach dieser heute selbstverständlichen Verbindung führt ins Mittelalter zu betenden Mönchen, singenden Kindern und der liturgischen Farblehre der Kirche. Christoph Daxelmüller kennt sich aus mit der Geschichte des Eies. Der Professor für Volkskunde an der Universität Würzburg hat die Alltagsgeschichte des Mittelalters untersucht. "Eier", sagt Daxelmüller, "waren damals ein ganz generelles Symbol für das Leben und die Fruchtbarkeit."
In der religiösen Bildersprache sei das Ei jedoch auch zum eindeutigen Zeichen der Auferstehung und des ewigen Lebens geworden. Die an Ostern gefeierte Auferstehung Christi erkläre so die Bindung des Eies an das wichtigste christliche Fest.
Die theologische Sichtweise gibt dem Volkskundler Daxelmüller Recht: "Das klassische Osterei (...) symbolisiert das Grab Jesu. Das Ei ist hart wie ein Stein, tot, leblos und kalt. Und doch beinhaltet es das Leben, das durch die Farbe des Blutes ausgedrückt wird.
Die Botschaft des klassischen Ostereis lautet: Christus ist auferstanden und lebt! Er hat Tod und Grab überwunden. Das rot gefärbte Osterei symbolisiert die Macht Gottes über den Tod", schreibt der Theologe und Brauchtumforscher Manfred Becker-Huberti in einer Abhandlung.
"Entscheidend ist auch, dass Eier im Mittelalter gängiges Zahlungsmittel waren", sagt Daxelmüller. Dass Bauern die Pacht für kirchliche Ländereien mit Naturalien beglichen, sei generell üblich gewesen. Zu Ostern hätten viele Klöster Eier als Naturalzins vorgeschrieben.
Aus einer bedeutenden mittelalterlichen Quelle, dem Falkensteiner Codex, sei überliefert, dass zahlreiche Hofstätten an den Ostertagen jeweils 100 Eier abzuliefern hatten. "Die Fastenzeit vor Ostern machte diese stolze Summe möglich", weiß Daxelmüller. "Die Bauern haben die Eier wochenlang gesammelt.
Seit dem 12. Jahrhundert sei die so genannte Eierweihe belegt. Mit festen Gebetsformeln weihten die Mönche in den Klöstern die Eier. Um die Verwechslungsgefahr auszuschließen, erhielten die geweihten Eier eine rote Färbung.
Diese Farbe steht in der liturgischen Farblehre für den Opfer- und Märtyrertod. "Diese Eier hießen dann Roteier oder Schöneier und symbolisierten die Auferstehung", sagt Daxelmüller. Im Folgenden hätten sich Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern zu Gabenterminen entwickelt, an denen sich bevorzug mit Eiern beschenkt wurde - nicht nur innerhalb der Klöster.
"Und es gab ja auch die Eierspiele", erklärt Daxelmüller. Im Mittelalter hätten sich zwei Mannschaften mit einem Korb auf die Suche nach versteckten Eiern gemacht. Wer den Korb zuerst gefüllt hatte, war der Sieger und durfte sich über die Präsente hermachen.
Verbreitet war laut Daxelmüller auch der Brauch unter Kindern, von Tür zu Tür zu gehen und Lieder vorzutragen. Als Lohn hätten sie Eier bekommen, teilweise aber auch Fladen oder Brezeln.
Mythos 4: Zuviele Eier schaden der Gesundheit?
Erhöhter Eierverzehr zu Ostern schadet Gesundheit nicht
Bremen (dpa) - Fünf hart gekochte Hühnereier pro Ostertag sind nach Angaben des Ernährungswissenschaftlers Holger Hassel nicht gesundheitsschädlich. Außerdem könnten ebenso viele Schokoladeneier gegessen werden.
Es komme darauf an, was man an den übrigen Tagen des Jahres esse, sagt der Leiter der Arbeitsgruppe "Öffentliche Gesundheit und Ernährung" beim Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS).
"Der Lebensstil vieler Menschen ist von ihrer Arbeit und von ihrem sozialen Umfeld bestimmt. Die meisten sitzen zu viel und bewegen sich zu wenig", erklärt Hassel. Statt den Familien Ernährungstipps zu geben, müsse ihnen deutlich gemacht werden, wie wichtig es sei, in der Freizeit gemeinsam etwas zu unternehmen und sich dabei auch mehr zu bewegen. "Dass frisches Obst und Gemüse gesund ist, weiß schließlich jeder."
In jedem Fall - Wir von KlarPac wünschen Ihnen und Ihrer Familie ein schönes Osterfest
Herzlichst
Ihr KlarPacTeam